Mittwoch, 29. September 2010

Fotobericht 1: Meine Arbeit

Im Unterricht der Klasse 2-3.
Ezekiel gibt es eigentlich auch im Hochformat - aber scheinbar nicht bei Blogspot. Also wird dieser Beispielschueler leider auf der Seite gezeigt.

Ein Teil unseres Schulhofs. Die Schule ist wirklich gross. In jedem Jahrgang gibt es 6 - 8 Klassen mit durchschnittlich 25 Schuelern. Dementsprechend voll ist es halt auch. Links am Bildrand: Die widerspenstige Maria.
Meine 2 Lieblingsklassen...
Die Klasse 1-3

Die Klasse 5-2
Und nochmal Schulhof

Sonntag, 26. September 2010

Was seither geschah...

Es regnet. Und das ist nicht mehr nur der taegliche Nachmittagsregen, das ist aggressiver Dauerregen, der dieses Wochenende reichlich nass werden laesst. Unsere Strasse ist als solche nicht mehr zu bezeichnen, denn sie ist eigentlich nur Wasser. Selbst Taxifahrer fuerchten sie schon, doch genau die Taxis sind unsere einzige Moeglichkeit, Kontakt zur Aussenwelt aufzunehmen.

Letzte Woche war anstrengend. Ich arbeite wirklich viel und geniesse nicht nur den heiteren Mittagssonnenschein, fuer die, die das immer noch glauben. Ich hasse inzwischen die Haelfte der Zweitklaessler, aber das muss wohl so sein. Wenn man ihnen mit einem Boletta (der Brief, der den Eltern mitteilt, dass sich ihr Kind unmoeglich verhaelt und deshalb 10 Punkte von 100 in seiner Verhaltensnote verliert) droht, dann sind sie eigentlich recht still. Naechste Woche gibt es die Score Cards fuer die 2. Periode und ich arbeite ein bisschen weniger. Immerhin. In einer zweiten Klasse ist ein leicht verstoertes Kind. Als ich Balby gefragt habe, was mit ihr los ist, war ihre Antwort simpel und man musste ersteinmal einen Moment nachdenken: "Ihr Vater ist gleichzeitig ihr Grossvater." Grausam.

Ich unterrichte jetzt noch einen Leistungskurs Englisch abends. Und das bringt richtig Spass. Das sind 10 Schueler und mit denen kann man super arbeiten.

Freitag haben wir unser eigenes Liberia-Nachtleben geschaffen. Bis um 4 Uhr nachts haben wirklich so gut wie alle Freiwilligen zusammen gefeiert, das war ziemlich cool! Dementsprechend lahm war dann aber auch der Samstag und auch der heutige Sonntag.

Naechste Woche kommt wieder ein sprachlich schoenerer Eintrag und dann auch WIRKLICH Fotos von der Schule. Dann natuerlich nmoch Glueckwunsch an Nicolas, er hat als einziger meine Adaption von Marc-Uwe Kling im letzten Blogeintrag entdeckt. Aber wie haettet ihr das auch machen sollen? Was solls´s.

¡Pura Vida!

Samstag, 18. September 2010

2-wöchiges Jubiläum

Oh wow. Wie die Zeit vergeht. Aber eigentlich fühlt es sich gar nicht wie 2 Wochen an, sondern schon wie 2 Monate. Das Einleben hat gut geklappt. Das freudige Ereignis, mein Jubiläumstag, habe ich aber nun auch irgendwie wie jeden anderen verbracht, ich nehme ihn aber trotzdem zum Anlass um einen durchschnittlichen Schultag mal Revue passieren zu lassen.
7:40 – 8:20 Uhr, Klasse 2-1
Die aggressive Maria mag mich plötzlich. Nachdem sie mich am Montag äußerst freundlich darauf hingewiesen hatte, dass sie mich wohl nicht möge und auch in Zukunft wenig reelle Chance bestünde, dass sie jemals Sympathie entwickelt, trifft mich die neubekundete Zuneigung doch etwas plötzlich. Die Lehrerinnen von der Sonderpädagogik hatten mir bereits mit auf den Weg gegeben, dass Marias Zu- und Abneigungen recht schnell umschwenken können.
8:35 – 9:15, Klasse 2-3
Wer’s bis jetzt nicht wusste: Old MacDonald had a farm, hiheihiheihoooo. Dadurch, dass ich dieses Lied noch nie wirklich mochte, gefällt es mir beim sechsten Mal anstimmen in dieser Woche auch nicht besser. Da die Tiere aber nun einmal auf dem Lehrplan in Klasse 2 stehen habe ich da keine Chance.
9:15 – 9:55, Klasse 2-4
Ich hasse inzwischen Tiere, mag aber dafür die Klasse. Die sind super drauf und wenn man sich mal richtig mit ihnen beschäftigt und ihnen hilft (daran mangelt es in Costa Rica bei den Lehrkräften ein wenig), dann haben sie auch gute Laune und Spaß. Wenn die wüssten, dass bald ein Test ansteht.
9:55 – 10:30, Klasse 2-2
Tiere sind super, finden zumindest die Kleinen und gehen in tierischen Rollen in unserem Super-Rollenspiel blühend auf. Auch wenn sie ungefähr das Regenwurm-Gedächtnis haben und nach 2 Sekunden den Satz „Hello, I am a horse!“  wieder vergessen haben, macht das Ganze irgendwie Spaß.
13:10 – 13.50, Klasse 5-2
Okay, ein paar Fans sammelt man schnell, wenn man an einer Grundschule arbeitet, aber in einer Stunde kommen heute scheinbar 24 dazu. Die ganze Klasse ist irgendwie total angetan von der Vorstellung, dass jemand aus Deutschland kommt, um ihnen Englisch beizubringen. Dass das nicht nur so ist verschweige ich ihnen und genieße die Stille und Aufmerksamkeit im Unterricht.
13:50 – 15:20, Klasse 1-5
Während ich mit einem Gähnanfall kämpfe, tut sich die Klasse  damit schwer ihre Hyperaktivität in den Griff zu bekommen. Das, was wir bisher mit den Klassen 1-1 bis 1-4 gemacht haben, passiert dann heute mit der 1-5 in der Doppelstunde und die immer gleichen Fehler nerven mich zwar langsam aber ich übe mich in Geduld. Der Leistungsstand der ersten Klassen klafft leider weit auseinander, in dieser Gruppe können manche nicht lesen und somit ist es kein Wunder, dass bei Vorlesen die Tomate plötzlich zur „Carott“ wird. Alle bei der Stange zu halten ist hart.
15:20 – 17:00, Klasse 1-6
Balby liebt diese Gruppe. Ja, sie sind nett, ruhig nur leider ein bisschen dämlich. Die Stille rührt glaub ich nur daher, dass sie einfach nicht wissen, was sie sagen sollen. Da liegt noch viel Arbeit vor uns.
Eigentlich hätte ich jetzt noch Community Class von 18:00 – 19:30 zum Unterrichten, doch mir wird zum 2-wöchigen Jubiläum ein Abendessen geschenkt. Na gut, allen Freiwilligen, weil das nuneinmal einmal im Monat so ist, aber was soll’s, schmecken tuts trotzdem. Das Restaurant gehört einem Deutschen, genauer einem Bayer, er beschimpft mich als Erstes als Fischkopp und lädt mich dann zum Sonntag zum Oktoberfest ein.
Na dann Prosit.

PS: Bald gibt’s auch mal Bilder von der Arbeit.

Dienstag, 14. September 2010

Aua und Aua

Meine Lieben.

Nachdem wir am Wochenende mit vielen Freiwilligen eine Kindertagesstaette aufgepeppt haben (siehe Vorher-Nachher-Beweis) sind wir nach Tamarindo gefahren. Total touristischer Strand, aber witzig. Dort hatten wir eindeutig viel Spass, bis ich im Wasser auf so einen dummen, aggressiven Fisch getretetn bin, der mir 3 Stunden angeschwollenen Fuss verschafft hat. Die Busfahrt war zudem die Hoelle. Der Bus hat an den Bergen mehrmals fast schlapp gemacht, auf der Ruecktour war er 2 Stunden zu spaet...
In Liberia ist im Moment grosse Zelebration der Unabhaengigkeit und dementsprechend wenig Unterricht.
Das war´s auch vorerst. Eventuell kommt die Tag emehr, jetzt muss ich arbeiten. :)
Vorher...
Nachher
¡Pura Vida!

Montag, 6. September 2010

Wochenendbericht

Holá.
Zuerst einmal will ich hier mit Nico ins reine kommen. Bevor er mir hier Geld abknuepft, bekommt er einen Verweis auf seinen brandneuen Blogeintrag, den ihr genau hier findet: aqui!
Das Wochenende war genial. Ich war im Nationalpark Palo Verde mit den anderen und habe Moskitostiche gesammelt. Aber dafuer habe ich auch Affen gesehen und jede Form von Echse. Ziemlich geil. (siehe Bilder) Am Abend haben wir uns hier in der Stadt vergnuegt, zusammen getrunken, ein sehr amuesantes Spiel gespielt und versucht mit Kevin Geburtstag zu feriern - fuer ihn war leider aber um 12 schon der Pegel angestiegen und ob er den Geburtstag genau wahrnahm wissen wir nicht - am naechsten Tag erschien er zumindest nicht^^.

Dann waren wir am Playa Hermosa. GENIAL! Pazifikwellen und -sonne sind grossartig. Mein anfaenglicher Sonnebrand jedoch nicht, aber die (von Nico in Daenemark ausreichend erprobte) Aftersun hat meinem Koerper nun Braeune verliehe. Juhu.
Morgen ist mein erster Arbeitstag. Mein Stundenplan ist ganz laessig. Montags ist lang, 7 bis 16:30, Donnerstags habe ich dafuer ganz frei. Das laesst sich doch sehen. :)

Freitag, 3. September 2010

Nun in langer Form :)

Holá!

Ich sitze gerade in meinem neuen Zimmer und hoere dem vor sich hin plätschernden Regen zu. Wenn man ohne auf die Uhr zu gucken wissen will, wie spät es ist, dann beachtet man einfach den Regen, denn der setzt um Punkt 12 ein. Aber was kann einem denn ein bisschen Nasses von oben schon? Na gut, unsere Straße – nein halt, unser Sandweg mit Huckelpiste, schlimmer als jeder Waldpfad – ist komplett überspült und ein reißender Fluss ab mittags, aber die Taxis kommen trotzdem durch. Die kosten für die Fahrt in die Stadt (ca. 10 Min.) genau 1,40 €.

Mir geht es sehr gut. Meine Gastmama ist äußerst nett, Mercedes kümmert sich super um die Freiwilligen. Es ist nicht wirklich eine familiäre Bindung, dafür gibt’s um so mehr zu essen und dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Ihre Tochter, Flor, hat scheinbar nach ihrer in San José gescheiterten Ehe ein kleines Problem mit Männern, würdigt mich deshalb auch keines Blickes und spricht nur mit meinen Mitbewohnerinnen. Gibt jedoch schlimmeres, nett ist diese Flor nicht gerade. Der Hund, Princesa, hat einen gewaltigen Knall. Es ist der erste Hund, den ich sehe, der von wirklich niemandem außer Mercedes gestreichelt werden will. Seine Antipathie zeigt diese sympathische Hündin durch lautstarkes Geknurre oder gerne auch Schnappen. Einfach ignorieren. Meine drei Mitbewohnerinnen sind jedoch super nett, mit Daniela und Anna sowie Morten aus DK und ein paar anderen Freiwilligen besuchen wir am Wochenende 2 Nationalparks. Davon gibt es dann auch hoffentlich Bilder :).

Das Land ist genial Alle sind super drauf (Pura Vida, Pura Vida, Pura Vida) und sofort freundlich. Gleich gehe ich zum ersten mal zu meiner neuen Arbeit. Ich werde an 2 Schulen unterrichten. Eine heißt Assuncion und ist in Liberia. Die andere ist in Canas Dulces, ca. 30 Minuten entfernt. Ich werd immer 3 Tage an einer und 2 Tage an der anderen Schule arbeiten. Ab 17.9. übernehme ich noch eine Community Class von Anna, die dann 2 Wochen Urlaub hat. Da unterrichtet man dann zum Beispiel Banker, die für ihre Arbeit das Englisch brauchen. Danach richtet mir Victor (einer der Supervisor) meinen eigenen Kurs ein, den ich dann 2 mal die Woche abends unterrichte.

Das Essen hier ist eine Wucht. Hätte niemals gedacht, dass Bohnen so lecker sein können. Heute gab es Reis mit Thunfisch und es gibt immer einen super leckeren Salat dazu. Morgens gibt es frische Papaya und anderes Obst, auch total genial.
Mit dem Spanisch ist es noch holperig, die sprechen hier alle viel zu schnell, verstehen mich aber wenn ich ihnen antworte. Das stimmt optimistisch!
Ansonsten habe ich mich eingerichtet. Mein Nachttisch und meine Wand ist mit Erinnerungen an zuhause bestückt, meine Boxen spielen die altbewährte Musik und der Ventilator klimatisiert mein Zimmer, damit bei durchschnittlich 32 Grad zumindest ein bisschen Wind weht.

Nun werde ich in die Stadt gehen, mich fürs Wochenende mit Proviant rüsten und zur Schule fahren. Ich hoffe allen geht es gut. Ich schreib hier jetzt auch schon mal die Adresse hin, an die Post für mich am besten gesendet werden kann. Hier gibt es an den Häusern nämlich keine Hausnummern oder Briefkästen – wäre auch unnötig denn Straßennamen haben die Ticos auch keine ^^. Hier die Adresse:

Soeren Riedmann
c/o Projects Abroad
P.O. Box 273-5000, Liberia, Guanacaste, Costa Rica
150 metros Este de la Municipalidad de Liberia,
Liberia, Guanacaste

Ich verbleibe mit den besten Wünschen,
hasta luego,
Soeren
PURA VIDA!

Donnerstag, 2. September 2010

Ich bin dann mal da!

Ich bin angekommen! 20 Stunden Flugreise und 5 Stunden Busfahrt spaeter. Ich bin dabei auf zahlreiche unfaehige Fugbegleiter gestossen (aus "The journez will take 8 hours today" wurde in der deutschen Uebersetzung der Flugbegleiterin "Wir sind 8 Stunden zu spaet"). Der Flug nach San Jose war grausam. Nur Geruckel, dummer SItznachbar, keine Filme, unschoen. Ich bin bei Mercedes nicht alleine, sondern mit 3 deutschen Maedchen. Die sind alle super nett. Mercedes ist mehr ne Herbergsmama als ne Gastmama, aber dafuer hat man viele Freiheiten. Das funktioniert schon. Meine Name ist eine einzige Herausforderung. Ich kenne jetzt die Aussprachen: Jorjen (Mercedes), Sarren (Victor, so ein Supervisor) und - ja, sie lebt noch - Soean (Anna aus Hessen).
Morgen werde ich in die Stadt und die Schule eingefuehrt. Das wird dann nochmal spannend. Jetzt gibt es gleich das erste costa-ricanische Abendessen, deswegen nur ein flotter Post. Ich hoffe ich kann irgendwie mal Fotos zeigen. Problem: Mein Laptopstecker passt nicht in den Adapter fuer die Steckdose. Dumm gelaufen.
Quintessenz: Mir geht es gut, ich hab Leute kennengelernt, das Land ist wudnerschoen und ich bekomme was zu essen. Schnellstmeglich gibts dann mehr INformationen.
Mit den besten Gruessen, Soeren!
Pura Vida! (Kann man hier irgendwie immer sagen^^!)