Freitag, 19. November 2010

Neues aus der Anstalt

Liebe Umwelt,
die letzte regulaere Schulewoche wird naechste Woche zumindest in der Aplicacion eingelaeutet, in der Community School zwar noch nicht, aber das ist ja auch weniger Arbeitsaufwand. Die letzte Grundschulwoche in diesem Schuljahr ist vollgepackt mit 13 Exams. Danach wird dann nur noch Fussball gespielt.
Die Klasse 5-2 und der Aushilfsklassenlehrer
Die Schule an sich gefeallt (sagen wir das erstmal so, bis ich in meinen Berichten weiter vorstosse) mir wirklich immer besser. Alle sind unglaublich nett, natuerlich gibt es die typischen Institutionsleichen und Miesepeter, generell gesehen kann man aber gut arbeiten dort. Vor allem wird einem unglaublich viel vertraut. Balby und ich sind inzwischen perfekt eingespielt und deswegen unterrichte ich immer mehr alleine und sie halt auch mal und wir teilen uns unsere Arbeitszeit somit besser ein. Inzwischen kann ich mich dann sogar schon Klassenlehrer einer 5. Klasse nennen, denn so schnell geht das hier in Costa Rica. Auf Grund von Krankheit und Personalnot muessen die Englischlehrer halt gerne mal einspringen. Da die Klasse aber super nett ist, kuemmert man sich ja gerne um sie.
Ja! Balby mag Fotos wirklich!
Die Schule an sich ernscheint mir leider nach gestern nun aber ein bisschen verrueckt. Wenn nun die 60 Lehrerinnen und die 6 angestellten Maenner zusammen feiern, geht es ausserordentlich kindisch und vulgaer rund.
Momentan wird ueber die Verteilung des Unterrichts fuer das naechste Jahr heiss diskutiert und mir wurde einerseits 1., 2., 6. angeboten mit Balby oder 5. und 6. mit einer anderen Lehrerin. Auch wenn mir die groesseren hier mehr Spass bringen, werde ich denke ich mal Balby nicht im Stich lassen und weiterhin den BINGO-Song vor mir hin traellern und damit 1. Klaessler gluecklich machen. (Zur Anschauung: http://www.youtube.com/watch?v=-X27SvknJ00)
Lehrerparty... Ratet mal, wer darunter sitzt...

In der Community High School bleibt es jedoch ernst. Fuer meine Englischgruppe steht am 7. Dezember das wichtige Schlussexam an und deshalb gibt es noch einiges bis dahin zu arbeiten.

Dieses Wochenende wir dafuer jetzt mal ausgesprochen ruhig angegangen. Vielleicht wird spontan nochmal weggefahren oder einfach nur am Pool gelegen. Spontanaetiaet ist das Zauberwort.

Der Sommer haelt hier mehr und mehr was er verspricht. Es wird trockener und wirklich heiss, dafuer bekommen wir eindlich ein bisschen wind. Yiha.

Ueber Weihnachten werde ich dann auch hier bleiben und es mit meiner Gastfamilie und meiner dann einen verbliebenen Mitbewohnerin zelebrieren. 5 andere Volunteers sind dann auch noch in der Stadt. Zu Neujahr werd ich dann wohl mit Jill und Nico im schoensten Nationalpark Costa Ricas verweilen und im Januar soll es mich dann auch noch mit Nico nach Mexiko treiben.

Ansonsten wuensche ich allen einen schoenen kalten Winter und hoffentlich Schnee. Der letzte Winter war so hart, ich finde es total fair, mal einen zu ueberspringen.

Lieber Gruss!

Donnerstag, 4. November 2010

Tatsachen

1. Kapitel: Nicaragua

Damit mein Aufenthalt in Costa Rica weiterhin geduldet wird, musste ich das Land verlassen. Mein Mehr-oder-weniger-Visa gilt nur fuer 90 Tage. Das haette zwar noch gepasst, genauso gut hat aber jetzt die Reise in die Planung gepasst. Liberia selbst liegt ca. 1 Stunde Busfahrt von der Grenze entfernt und ist somit einfach erreichbar. Um 5:30 fand man sich also in der Busstation zum Aufbruch ein - mehr oder weniger wach - und wir erreichten gegen 7 dann die Grenze.

Grenze und Grenzkontrollen sind nicht als solche zu definieren. Nachdem man von einem muffeligen Beamten einen Ausreisestempel erhalten hat, wandert man ca. 500 Meter zu einem Holzunterstand, unter dem ein Mann hockt, der dann hochprofessionel fuer eine Millisekunde auf den Ausweis blickt, ein "Hmmhmpf" von sich gibt und einen dann weiterwinkt. Schwieriger ist die Bewaeltigung geschicktewr Geschaeftsleute im Alter von 6 bis 7 Jahren, die sich einem anbieten um den Weg durch die naechsten Grenzschritte zu weisen und einem dann am Ende 9 Dollar abluchsen. Auch wir hatten so einen an der Backe. Im Prinzip fragt man sich auch die ganze Zeit wofuer man bezahlt. Die Grenze ist eigentlich nur bezahlen. Man bezahlt 24 Dollar um die Eintrittsgenehmigungen zu erhalten, dann ploetzlich wieder einen Dollar, dafuer das man eine Schranke passiert. Kostspielig.

Blick auf Ometepe von der Faehre
Hat man die Grenztortur ueberstanden erblickt man ersteinmal eine andere Welt. Was in Costa Rica Armut bedeutet ist in Nicaragua noch gar nichts. Die Leute sind zu Teilen immer noch auf Pferdekarren unterwegs und leben vom Tauschhandel, fuer ein Softgetraenk bekommt man dann mal ca. 3 Bananen. Abgesehen davon ist das Land landschaftlich malerisch. Unser erster Umsteigepunkt in Rivas war zwar nicht so unglaublich schoen, der eigentliche Ankunftspunkt, die groesste Seeninsel der Welt, Ometepe, jedoch schon. Nachdem wir uns nicht haben verarschen lassen (eine nett aussehende Dame wollte uns eine Busfahrt vom Faehranleger zum Hostel bestellen fuer garantiert nur 5 $, die sich im Laufe des Gespraechs als 40 entpuppten) und einen ziemlich guten Preis fuer einen Minivan vom Anleger zum Hostel ausgehandelt hatten (2 $ pro Person) erreichten wir an unser kleinen, abgelegen Herberge. Fuer 3 $ die Nacht bekommt man ein Bett und eine Gemeinschaftsdusche/-toilette. Problematisch: Rundherum war NICHTS, dafuer hatte die Herberge ein kleines Restaurant und da haben wir dann (mehr oder weniger) koestliche Speisen zu uns genommen.

Blick auf einen der Vulkane
Nach einiger Ueberredungskunst waren auch die Damen ueberzeugt, dass wir eine kleine Wanderung am Fusse des Vulkanes unternehmen sollten. Dort stiessen wir zufaellig auf fuerchterlich nette Einheimische mit perfekten Englischkenntnissen. Die Tochter gab uns gleich eine Privatfuehrung zu einem coolen Aussichtspunkt und allem, was in der knappen Zeit sonst so moeglich war. Sobald es dunkel wird, soll man sort naemlich nicht mehr wandern: A) Schlangen kommen heraus, B) 2 deutsche Touristen sind da mal verloren gegangen, fuer mich also eher nicht ratsam dann.

Ojo del Agua
Den Abend verbrachten wir plauschig ohne Strom, eine Stunde auf Essen wartend im unteren Teil des Hostels, bis wir frueh schlafen gingen. Der naechste Tag wurde mit einem minimalistischen Fruehstueck eingeleitet (wer mag schon verschimmeltes Toastbrot?) und dann machten wir uns auf unsere angeblich 40-minuetige Wanderung zu "Ojo del agua", dem "Auge des Wasser". Dies ist eine Naturquelle in der man herrlich schwimmen kann. Als wir nach 30 Minuten realisierten, dass die Wanderung wohl doch laenger als 40 Minuten werden wuerde, kam das Wunder herbeigefahren: Ein leerer Pickup Truck, der uns auf seine Ladeflaeche nahm! Nice!

Blick aus dem Bus Rivas - Granada in Granada
Auf dem Weg nach Granada erlebte ich dann meine schlimmste Busfahrt. Die nicaraguanische Art des Busfahrens ist etwas speziell. Regel 1: Ein Bus ist NIEMALS voll. Auch wenn sich Menschen stapeln oder auf dem Dach sitzen, einer geht noch rein. Regel 2: Ein Bus hat 3 Menschen: ein mehr oder weniger aufmerksamer Fahrer und 2 Spassmacher, die die Menschen in den Bus pressen. Somit heisst die Devise: Teilt euren Schweiss. Ich beschwer mich nie wieder ueber nen vollen Bus auf der Linie 5...

Unser kleines Hostel "Esfinge"
In Granada hatten wir ein geniales Hostel. Die Herbergsmutter war super nett, nach zehn Minuten waren wir alle ihre "Corazones" und sie gab uns super Tips unsere Zeit in Granada zu verbringen und wo man gemuetlich essen kann. So hatten wir schnell ein Stammlokal und sind die erste Nacht ersteinmal nett feiern gegangen im Nachtleben Granadas, welches tatsaechlich einigermassen floriert. Ansonsten gab es Sightseeing, schwimmen in einem versuchten See, Besuchen der "Isletas de Granada" und der dazugehoerigen Affen und das Besteigen des "Mirador Katarina" eines herrlichen Aussichtspunktes in der gleichnamigen, kleinen Stadt an einem Berghang.

Ein Affe :D
Nach 3 Naechten war es genug Granada und es ging zurueck gen Liberia. Auf der Busrueckfahrt haben wir blind einem der 2 unterhaltenden Menschen im Bus vertraut, der uns eine alternative Fahrtroute ans Herz legte, die sich als tatsaechlich effektiv bewies. Haetten alle ihre Rueckflugtickets dabei gehabt waeren wir auch den umgekehrten Weg (gleiche Ausgaben an Dollars) problemlos durch die Grenze gekommen. Schade.

2. Kapitel: Leben

Ingrid und ich auf einer Insel irgendwo im See
Ich lebe noch. So viel steht fest. Wahr ist aber auch, dass ich wirklich viel arbeite, aber es weiterhin (meist) Spass bringt. Mehr und mehr stelle ich fest, dass einige Angestellten (Chefetage!) der Schule ein bisschen verwirrt zu sein scheint, aber das soll wohl so sein. Manche Kinder sind aber auch verrueckt. Meine Top 1 diese Woche. Leo, urspruenglich aus Nicaragua, veruscht Anthony in der Pause der Klasse 2-3 das Auge mit der Spitze eines Regenschirm einzustechen. Man. Gott sei Dank verfehlt er und kann nur einen Wangentreffer inklusive Blutung erzielen. Disziplinarische Folgen fuer ihn inklusive.

3. Kapitel: Wetter

Die Unwetter in Costa Rica sind auch hier spuerbar, aber nur im dauerhaften Regen. Uns geht es gut, nicht so wie den Leuten in Escazu. Man hatte ihn geraten ihre Haeuser zu verlassen, doch manche wollten das nicht zulassen. Als gewaltige Wassermassen vom nahegelegen Berg runterstuerzten, hat es sie und ihre Hauser mitgerissen. Heute waren alle Schule in Costa Rica (ausser meiner...) geschlossen. Das Wetter soll sich aber bessern.

4. Kapitel: Abschiedsgruss.

Tschuess.

5. Kapitel: Mir geht es gut!

Mir geht es gut!