Samstag, 18. September 2010

2-wöchiges Jubiläum

Oh wow. Wie die Zeit vergeht. Aber eigentlich fühlt es sich gar nicht wie 2 Wochen an, sondern schon wie 2 Monate. Das Einleben hat gut geklappt. Das freudige Ereignis, mein Jubiläumstag, habe ich aber nun auch irgendwie wie jeden anderen verbracht, ich nehme ihn aber trotzdem zum Anlass um einen durchschnittlichen Schultag mal Revue passieren zu lassen.
7:40 – 8:20 Uhr, Klasse 2-1
Die aggressive Maria mag mich plötzlich. Nachdem sie mich am Montag äußerst freundlich darauf hingewiesen hatte, dass sie mich wohl nicht möge und auch in Zukunft wenig reelle Chance bestünde, dass sie jemals Sympathie entwickelt, trifft mich die neubekundete Zuneigung doch etwas plötzlich. Die Lehrerinnen von der Sonderpädagogik hatten mir bereits mit auf den Weg gegeben, dass Marias Zu- und Abneigungen recht schnell umschwenken können.
8:35 – 9:15, Klasse 2-3
Wer’s bis jetzt nicht wusste: Old MacDonald had a farm, hiheihiheihoooo. Dadurch, dass ich dieses Lied noch nie wirklich mochte, gefällt es mir beim sechsten Mal anstimmen in dieser Woche auch nicht besser. Da die Tiere aber nun einmal auf dem Lehrplan in Klasse 2 stehen habe ich da keine Chance.
9:15 – 9:55, Klasse 2-4
Ich hasse inzwischen Tiere, mag aber dafür die Klasse. Die sind super drauf und wenn man sich mal richtig mit ihnen beschäftigt und ihnen hilft (daran mangelt es in Costa Rica bei den Lehrkräften ein wenig), dann haben sie auch gute Laune und Spaß. Wenn die wüssten, dass bald ein Test ansteht.
9:55 – 10:30, Klasse 2-2
Tiere sind super, finden zumindest die Kleinen und gehen in tierischen Rollen in unserem Super-Rollenspiel blühend auf. Auch wenn sie ungefähr das Regenwurm-Gedächtnis haben und nach 2 Sekunden den Satz „Hello, I am a horse!“  wieder vergessen haben, macht das Ganze irgendwie Spaß.
13:10 – 13.50, Klasse 5-2
Okay, ein paar Fans sammelt man schnell, wenn man an einer Grundschule arbeitet, aber in einer Stunde kommen heute scheinbar 24 dazu. Die ganze Klasse ist irgendwie total angetan von der Vorstellung, dass jemand aus Deutschland kommt, um ihnen Englisch beizubringen. Dass das nicht nur so ist verschweige ich ihnen und genieße die Stille und Aufmerksamkeit im Unterricht.
13:50 – 15:20, Klasse 1-5
Während ich mit einem Gähnanfall kämpfe, tut sich die Klasse  damit schwer ihre Hyperaktivität in den Griff zu bekommen. Das, was wir bisher mit den Klassen 1-1 bis 1-4 gemacht haben, passiert dann heute mit der 1-5 in der Doppelstunde und die immer gleichen Fehler nerven mich zwar langsam aber ich übe mich in Geduld. Der Leistungsstand der ersten Klassen klafft leider weit auseinander, in dieser Gruppe können manche nicht lesen und somit ist es kein Wunder, dass bei Vorlesen die Tomate plötzlich zur „Carott“ wird. Alle bei der Stange zu halten ist hart.
15:20 – 17:00, Klasse 1-6
Balby liebt diese Gruppe. Ja, sie sind nett, ruhig nur leider ein bisschen dämlich. Die Stille rührt glaub ich nur daher, dass sie einfach nicht wissen, was sie sagen sollen. Da liegt noch viel Arbeit vor uns.
Eigentlich hätte ich jetzt noch Community Class von 18:00 – 19:30 zum Unterrichten, doch mir wird zum 2-wöchigen Jubiläum ein Abendessen geschenkt. Na gut, allen Freiwilligen, weil das nuneinmal einmal im Monat so ist, aber was soll’s, schmecken tuts trotzdem. Das Restaurant gehört einem Deutschen, genauer einem Bayer, er beschimpft mich als Erstes als Fischkopp und lädt mich dann zum Sonntag zum Oktoberfest ein.
Na dann Prosit.

PS: Bald gibt’s auch mal Bilder von der Arbeit.

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