1. Kapitel: Nicaragua
Damit mein Aufenthalt in Costa Rica weiterhin geduldet wird, musste ich das Land verlassen. Mein Mehr-oder-weniger-Visa gilt nur fuer 90 Tage. Das haette zwar noch gepasst, genauso gut hat aber jetzt die Reise in die Planung gepasst. Liberia selbst liegt ca. 1 Stunde Busfahrt von der Grenze entfernt und ist somit einfach erreichbar. Um 5:30 fand man sich also in der Busstation zum Aufbruch ein - mehr oder weniger wach - und wir erreichten gegen 7 dann die Grenze.
Grenze und Grenzkontrollen sind nicht als solche zu definieren. Nachdem man von einem muffeligen Beamten einen Ausreisestempel erhalten hat, wandert man ca. 500 Meter zu einem Holzunterstand, unter dem ein Mann hockt, der dann hochprofessionel fuer eine Millisekunde auf den Ausweis blickt, ein "Hmmhmpf" von sich gibt und einen dann weiterwinkt. Schwieriger ist die Bewaeltigung geschicktewr Geschaeftsleute im Alter von 6 bis 7 Jahren, die sich einem anbieten um den Weg durch die naechsten Grenzschritte zu weisen und einem dann am Ende 9 Dollar abluchsen. Auch wir hatten so einen an der Backe. Im Prinzip fragt man sich auch die ganze Zeit wofuer man bezahlt. Die Grenze ist eigentlich nur bezahlen. Man bezahlt 24 Dollar um die Eintrittsgenehmigungen zu erhalten, dann ploetzlich wieder einen Dollar, dafuer das man eine Schranke passiert. Kostspielig.
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| Blick auf Ometepe von der Faehre |
Hat man die Grenztortur ueberstanden erblickt man ersteinmal eine andere Welt. Was in Costa Rica Armut bedeutet ist in Nicaragua noch gar nichts. Die Leute sind zu Teilen immer noch auf Pferdekarren unterwegs und leben vom Tauschhandel, fuer ein Softgetraenk bekommt man dann mal ca. 3 Bananen. Abgesehen davon ist das Land landschaftlich malerisch. Unser erster Umsteigepunkt in Rivas war zwar nicht so unglaublich schoen, der eigentliche Ankunftspunkt, die groesste Seeninsel der Welt, Ometepe, jedoch schon. Nachdem wir uns nicht haben verarschen lassen (eine nett aussehende Dame wollte uns eine Busfahrt vom Faehranleger zum Hostel bestellen fuer garantiert nur 5 $, die sich im Laufe des Gespraechs als 40 entpuppten) und einen ziemlich guten Preis fuer einen Minivan vom Anleger zum Hostel ausgehandelt hatten (2 $ pro Person) erreichten wir an unser kleinen, abgelegen Herberge. Fuer 3 $ die Nacht bekommt man ein Bett und eine Gemeinschaftsdusche/-toilette. Problematisch: Rundherum war NICHTS, dafuer hatte die Herberge ein kleines Restaurant und da haben wir dann (mehr oder weniger) koestliche Speisen zu uns genommen.
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| Blick auf einen der Vulkane |
Nach einiger Ueberredungskunst waren auch die Damen ueberzeugt, dass wir eine kleine Wanderung am Fusse des Vulkanes unternehmen sollten. Dort stiessen wir zufaellig auf fuerchterlich nette Einheimische mit perfekten Englischkenntnissen. Die Tochter gab uns gleich eine Privatfuehrung zu einem coolen Aussichtspunkt und allem, was in der knappen Zeit sonst so moeglich war. Sobald es dunkel wird, soll man sort naemlich nicht mehr wandern: A) Schlangen kommen heraus, B) 2 deutsche Touristen sind da mal verloren gegangen, fuer mich also eher nicht ratsam dann.
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| Ojo del Agua |
Den Abend verbrachten wir plauschig ohne Strom, eine Stunde auf Essen wartend im unteren Teil des Hostels, bis wir frueh schlafen gingen. Der naechste Tag wurde mit einem minimalistischen Fruehstueck eingeleitet (wer mag schon verschimmeltes Toastbrot?) und dann machten wir uns auf unsere angeblich 40-minuetige Wanderung zu "Ojo del agua", dem "Auge des Wasser". Dies ist eine Naturquelle in der man herrlich schwimmen kann. Als wir nach 30 Minuten realisierten, dass die Wanderung wohl doch laenger als 40 Minuten werden wuerde, kam das Wunder herbeigefahren: Ein leerer Pickup Truck, der uns auf seine Ladeflaeche nahm! Nice!
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| Blick aus dem Bus Rivas - Granada in Granada |
Auf dem Weg nach Granada erlebte ich dann meine schlimmste Busfahrt. Die nicaraguanische Art des Busfahrens ist etwas speziell. Regel 1: Ein Bus ist NIEMALS voll. Auch wenn sich Menschen stapeln oder auf dem Dach sitzen, einer geht noch rein. Regel 2: Ein Bus hat 3 Menschen: ein mehr oder weniger aufmerksamer Fahrer und 2 Spassmacher, die die Menschen in den Bus pressen. Somit heisst die Devise: Teilt euren Schweiss. Ich beschwer mich nie wieder ueber nen vollen Bus auf der Linie 5...
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| Unser kleines Hostel "Esfinge" |
In Granada hatten wir ein geniales Hostel. Die Herbergsmutter war super nett, nach zehn Minuten waren wir alle ihre "Corazones" und sie gab uns super Tips unsere Zeit in Granada zu verbringen und wo man gemuetlich essen kann. So hatten wir schnell ein Stammlokal und sind die erste Nacht ersteinmal nett feiern gegangen im Nachtleben Granadas, welches tatsaechlich einigermassen floriert. Ansonsten gab es Sightseeing, schwimmen in einem versuchten See, Besuchen der "Isletas de Granada" und der dazugehoerigen Affen und das Besteigen des "Mirador Katarina" eines herrlichen Aussichtspunktes in der gleichnamigen, kleinen Stadt an einem Berghang.
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| Ein Affe :D |
Nach 3 Naechten war es genug Granada und es ging zurueck gen Liberia. Auf der Busrueckfahrt haben wir blind einem der 2 unterhaltenden Menschen im Bus vertraut, der uns eine alternative Fahrtroute ans Herz legte, die sich als tatsaechlich effektiv bewies. Haetten alle ihre Rueckflugtickets dabei gehabt waeren wir auch den umgekehrten Weg (gleiche Ausgaben an Dollars) problemlos durch die Grenze gekommen. Schade.
2. Kapitel: Leben
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| Ingrid und ich auf einer Insel irgendwo im See |
Ich lebe noch. So viel steht fest. Wahr ist aber auch, dass ich wirklich viel arbeite, aber es weiterhin (meist) Spass bringt. Mehr und mehr stelle ich fest, dass einige Angestellten (Chefetage!) der Schule ein bisschen verwirrt zu sein scheint, aber das soll wohl so sein. Manche Kinder sind aber auch verrueckt. Meine Top 1 diese Woche. Leo, urspruenglich aus Nicaragua, veruscht Anthony in der Pause der Klasse 2-3 das Auge mit der Spitze eines Regenschirm einzustechen. Man. Gott sei Dank verfehlt er und kann nur einen Wangentreffer inklusive Blutung erzielen. Disziplinarische Folgen fuer ihn inklusive.
3. Kapitel: Wetter
Die Unwetter in Costa Rica sind auch hier spuerbar, aber nur im dauerhaften Regen. Uns geht es gut, nicht so wie den Leuten in Escazu. Man hatte ihn geraten ihre Haeuser zu verlassen, doch manche wollten das nicht zulassen. Als gewaltige Wassermassen vom nahegelegen Berg runterstuerzten, hat es sie und ihre Hauser mitgerissen. Heute waren alle Schule in Costa Rica (ausser meiner...) geschlossen. Das Wetter soll sich aber bessern.
4. Kapitel: Abschiedsgruss.
Tschuess.
5. Kapitel: Mir geht es gut!
Mir geht es gut!
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